Im neuen Schwerpunkt „Change Learning: Gemeinsam zum lernenden Schulsystem“ unterstützen wir verschiedene Bundesländer dabei, Bildungsdatenstrategien zu entwickeln. Unser Ziel: Daten als Motor für Lernen und Entwicklung auf allen Ebenen, nicht nur als Steuerungsinstrument. Dabei zeigt sich immer wieder: Eine Datenstrategie ist kein technisches Projekt. Sie ist ein Kulturprojekt. 

Wir haben fünf zentrale Learnings gesammelt, die zeigen, worauf es wirklich ankommt, wenn Bildungsdaten Arbeit, Haltung und Kultur in Schule und Schulsystem verändern sollen. Hier sind unsere fünf wichtigsten Erkenntnisse aus der Praxis:

Technik ist wichtig, aber nicht hinreichend

Veränderungsprozesse im Bildungswesen fokussieren häufig stark auf Technik: auf Dashboards, Schnittstellen oder Datenformate. Diese Strukturen sind wichtig und sichtbar, aber sie verändern wenig, wenn sich Haltungen und Zusammenarbeit nicht mitverändern. Daten entfalten ihren Wert erst, wenn sie verstanden, geteilt und genutzt werden, um gemeinsames Lernen zu ermöglichen. Dafür braucht es Vertrauen, Beteiligung und Sinnstiftung; nicht nur Technologie.

Beteiligung schafft Akzeptanz

Wer später mit Daten arbeiten soll, muss mitreden dürfen. Darum setzen wir auf multiperspektivische Teams aus Schule, Verwaltung, Wissenschaft und Praxis  – und schaffen Beteiligungsformate, in denen auch Nutzer:innen zu Wort kommen. Das macht Prozesse nicht schneller, aber wirksamer.  Aus Beteiligung entsteht Ownership, und aus Ownership Vertrauen. 

Wandel braucht Dynamik und Kontinuität

Veränderung gelingt, wenn man sie als lernenden Prozess begreift. Frühe Prototypen und sichtbare Zwischenergebnisse schaffen Momentum. Sie zeigen Fortschritt und laden zur Weiterentwicklung ein. In einem Fall hat das zur Idee geführt, eine dauerhafte Dateneinheit aufzubauen. So wird Datenarbeit zur strategischen Daueraufgabe – nicht zum Projekt mit Ablaufdatum. 

Widerstände sind Daten

Skepsis gegenüber datenbasierten Ansätzen ist normal. Und wertvoll.  Widerstand verweist oft weniger auf Ablehnung als auf Unsicherheit oder fehlende Sinnhaftigkeit.  Wenn es gelingt, über Daten Entlastung und Selbstwirksamkeit zu ermöglichen, wird aus Widerstand Beteiligung.  Das braucht: Zuhören, Verstehen und Wertschätzunggerade gegenüber den Skeptischen. 

Kulturwandel ermöglichen, nicht verordnen

Ein Kulturwandel lässt sich nicht anordnen, aber gestalten. Es braucht politisches Backing von oben und Führung aus der Mitte: Menschen, die Verantwortung übernehmen und Neues erproben. Haltende Strukturen – Transparenz, Orientierung, psychologische Sicherheit – schaffen die Grundlage. Ein gemeinsames Dashboard kann dabei helfen: nicht als Kontrollinstrument, sondern als Spiegel gemeinsamen Lernens. 

Fazit 

Technische Lösungen sind wichtig. Aber sie wirken nur, wenn sie auf einer vertrauensbasierten, lernorientierten Datenkultur aufbauen. Das braucht Zeit, Beteiligung und ein klares Zielbild. Aber der Aufwand lohnt sich:
Eine gute Datenstrategie ist kein Selbstzweck, sondern ein Hebel für Chancengerechtigkeit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden im Schulsystem. 

Mit Change Learning zeigen wir, wie sich technische Exzellenz und kulturelle Transformation verbinden lassen – zu einem lernenden Schulsystem.