Mit der Verleihung des ersten Change Learning Awards auf dem Creative Bureaucracy Festival in Berlin hat das Projekt Change Learning einen besonderen Meilenstein gefeiert. Ausgezeichnet wurden das Netzwerkprojekt LuPe² aus Nordrhein-Westfalen und die Initiative Bildungsland Sachsen 2030 – zwei Initiativen, die auf unterschiedliche Weise zeigen, wie durch gelebtes Miteinander über die Ebenen hinweg nachhaltige Veränderung im Bildungssystem gelingen kann. 

Dabei zeichnet der Change Learning Award bewusst keine einzelnen Vorzeigeprojekte oder kurzfristigen Innovationen aus. Im Mittelpunkt stehen vielmehr Initiativen, die Veränderung systemisch denken und gestalten. Sie bringen Menschen und Institutionen zusammen, schaffen neue Formen der Zusammenarbeit und entwickeln Strukturen, die gemeinsames Lernen und langfristige Entwicklung ermöglichen. 

Das LuPe²-Netzwerk des Instituts für zeitgemäße Prüfungskultur zeigt eindrucksvoll, wie Schulen, Schulaufsicht und Wissenschaft gemeinsam neue Wege des Lernens und Prüfens entwickeln können. Im Zentrum stehen dabei Kompetenzentwicklung und echte Lernprozesse – und die Frage, wie Prüfungen diese besser unterstützen können. 

Das Bildungsland Sachsen 2030 des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus verfolgt einen anderen, aber ebenso systemischen Ansatz. In einem breit angelegten Beteiligungsprozess arbeiten Politik und Verwaltung, Schulpraxis, kommunale Akteur:innen, Zivilgesellschaft sowie Eltern und Schüler:innen gemeinsam an einer zukunftsorientierten Vision für Schule und Bildung in Sachsen. 

Gemeinsam über Veränderung lernen 

Vor der Preisverleihung kamen die Preisträger:innen in einem gemeinsamen Panel zusammen. Patricia Drewes und David Tepaße (LuPe²), Matthias Böhme und Martina Adler (Bildungsland Sachsen 2030) diskutierten gemeinsam mit Bildungsexpertin Anne Sliwka darüber, was nachhaltige Veränderungsprozesse im Bildungssystem ermöglicht – und welche Rolle Zusammenarbeit dabei spielt. 

Dabei ging es nicht nur um die Frage, welche Veränderungen Schulen brauchen, sondern auch darum, wie Veränderung überhaupt gelingt. Was macht gemeinsame Arbeit wirksam? Wie können unterschiedliche Akteur:innen über Ebenen und Institutionen hinweg zusammenarbeiten? Und wie entstehen Prozesse, die nicht bei einzelnen Projekten stehen bleiben, sondern langfristig Wirkung entfalten? 

Das Creative Bureaucracy Festival bot dafür den idealen Rahmen. Wie der Change Learning Award steht auch das Festival für die Überzeugung, dass nachhaltige Veränderung dort entsteht, wo Menschen über Organisations- und Systemgrenzen hinweg zusammenarbeiten, voneinander lernen und gemeinsam Verantwortung übernehmen. 

Besonders inspirierend war die gemeinsame Vorstellung eines lernenden Schulsystems. Ein System, in dem nicht nur Schüler:innen lernen, sondern auch Schulen, Schulaufsicht, Verwaltung, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Die beiden ausgezeichneten Initiativen zeigen auf unterschiedliche Weise, wie solche Lernprozesse entstehen können – und wie sie dazu beitragen, Veränderungen dauerhaft im System zu verankern. 

Veränderung braucht Vertrauen, Zusammenarbeit und Ausdauer 

Eine zentrale Erkenntnis des Panels war, dass es keinen einzelnen Hebel für nachhaltige Veränderung im Schulsystem gibt. Erfolgreicher Wandel entsteht vielmehr durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren. 

Immer wieder wurde deutlich, wie wichtig Vertrauen zwischen den beteiligten Akteur:innen ist. Nachhaltige Veränderung braucht Beziehungen, offene Kommunikation und die Bereitschaft, unterschiedliche Perspektiven ernst zu nehmen. Sie entsteht dort, wo Menschen auf Augenhöhe zusammenarbeiten und gemeinsam Verantwortung übernehmen. 

Gleichzeitig braucht Veränderung Ausdauer. Viele Entwicklungen zeigen ihre Wirkung erst über längere Zeiträume. Wer Bildung verändern will, muss bereit sein, Prozesse kontinuierlich weiterzuentwickeln, Rückschläge auszuhalten und auch dann dranzubleiben, wenn Erfolge noch nicht unmittelbar sichtbar sind. 

Die Erfahrungen der Preisträger:innen machen deutlich, dass nachhaltige Entwicklung dort gelingt, wo gemeinsame Ziele entstehen und Räume für echte Zusammenarbeit geschaffen werden. 

Mehr als eine Auszeichnung 

Nachhaltig soll auch die Wirkung der Auszeichnung mit dem Change Learning Award sein. Deswegen soll die Zusammenarbeit mit den Preisträger:innen und weiteren engagierten Akteur:innen und Initiativen fortgesetzt werden. Ziel ist es, voneinander zu lernen, erfolgreiche Ansätze weiterzuentwickeln und Erfahrungen für andere Kontexte nutzbar zu machen. So können Ideen, Erkenntnisse und Arbeitsweisen Schritt für Schritt in die Breite getragen werden. 

Change Learning gratuliert LuPe² und Bildungsland Sachsen 2030 herzlich zur Auszeichnung und freut sich sehr darauf, den gemeinsamen Lern- und Veränderungsprozess fortzusetzen.